Freie Antonia geräumt PM

Die FREIE ANTONIA, das offene Wohn- und Kulturprojekt in der Kirchstraße 16 in Freiburg wurde am 19.05.09 geräumt.

In den wenigen Tagen seines Bestehens, erfreute sich das Haus einer regen Beteiligung vieler FreiburgerInnen, speziell seiner NachbarnInnen und vieler anderen solidarischen Menschen die darin eine wunderbare Chance auf emanzipatorischen Freiraum sahen.

Die Räumung des Hauses fand um 6.00 Uhr morgens statt, sodass die Meisten, der sich darin aufhaltenden BewohnerInnen im Schlaf von einem Großaufgebot der Polizei überrascht wurden. Es sollen insgesamt 600 BeamtInnen im Einsatz gewesen sein.

Die Staatsgewalt unterließ jegliche Art der Vorwarnung, was ein freiwilliges Verlassen des Hauses vor dem gewaltsamen Eindringen nicht zuließ. Einige Menschen die sich zu diesem Zeitpunkt im Haus aufhielten wurden von der Polizei auf den Dachboden des Hauses gejagt.

Die BewohnerInnen ihrerseits verzichteten auf Widerstand und verhielten sich kooperativ. Dadurch steht außer Frage, dass dieser martialische Einsatz unverhältnismäßig war. „Ich finde das Verhalten der Polizei absolut nicht zu rechtfertigen!“ sagte Ilse, die sich zur Zeit der Räumung im Haus befand. Und auch die AnwohnerInnen betonten ihre Ablehnung gegenüber diesem Vorgehen der Polizei. „Das ist ja wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen! Ihr seid doch total friedlich gewesen.“, so ein Nachbar später am Tag.

Nach dem Feststellen der Personalien und dem Fotografieren jeder/s Einzelner/n, auf der Rückseite des Gebäudes, wurden Alle zum Revier Süd gebracht. Dort wurde abermals fotografiert und zum Teil wurden auch Fingerabdrücke genommen. Allen wird der Tatbestand „Hausfriedensbruch“ zur Last gelegt.

Um ca. 11 Uhr waren alle wieder ‚auf freiem Fuß’. Viele begaben sich wieder vor die ‚FREIE ANTONIA’. Dort hatten sie auf vehementes Drängen hin, zum Teil die Möglichkeit Gegenstände aus dem Haus zu holen. Es wurde ein Infotisch für die Anlieger eingerichtet und das Gespräch mit Passanten gesucht.

Die BewohnerInnen möchten sich an dieser Stelle noch einmal bei den NachbarInnen für ihre Unterstützung und Offenheit bedanken.

Des Weiteren sind sie immer noch auf der Suche nach der/m HauseigentümerIn und für jeden Hinweis dankbar. Wir suchen den Dialog und wollen, dass die Anzeigen zurückgezogen werden!

Die FREIE ANTONIA ist zwar geräumt, aber ihre FreundInnen werden dies nicht tatenlos hinnehmen.

Deshalb wird gefordert, die Anzeigen gegen die BefreierInnen fallen zu lassen, und darauf hingewiesen, dass der Bedarf nach einem Wohn- und Kulturprojekt wie diesem weiterhin vorhanden ist.

Am 20. 05. fand eine Solidemo statt, die sich in der Adlerstraße began.

Schreibt Leserbriefe und setzt euch für mehr Häuser wie dieses ein!!!

… und nicht vergessen: lebt lustvoll & tollkühn…

weiter lesen auf Indymedia

Freie Antonia geräumt

Kurz vor sechs Uhr morgens am 19. Mai 2009 wurde die Freie Antonia, das besetzte Haus in der Kirchstraße 16 im Freiburger Stadtteil Wiehre, von einem Großaufgebot der Bullen geräumt. Im Haus wurden 45 Personen festgenommen, dutzenden UnterstützerInnen wurden Platzverweise für die weiträumig abgesperrte Kirchstraße erteilt.

weiter lesen auf linksunten

Heute 20. 05. 09 Mittwoch 19 Uhr, Antirepressionsdemo. Treffen im Grün, Adlerstrasse. Kommt alle!

tag x+1 demo

CineRebelde: Haus besetzt Freie Antonia


Die Freie Antonia [ www.cinerebelde.org ]

„Die Freie Antonia“ berichtet über die ersten Tage der Besetzung des Antoniterhauses in der Kirchstraße 16 in Freiburg. Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Altersheim wird „befreit“.

Eine bunt gemischte Gruppe von Erwerbstätigen, Studierenden und LebenskünstlerInnen zieht ein und baut im Haus ein offenes Wohn- und Kulturprojekt auf. Sie wollen hier erschwinglichen Wohnraum schaffen, in dem Mensch die Möglichkeit hat, in einer Gemeinschaft frei und eigenverantwortlich zu leben.

Link zu CineRebelde

Besetzung wird Alltag

Die Freie Antonia in der Freiburger Wiehre, das seit dem 15. Mai besetzte Haus in der Kirchstraße 16, ist mittlerweile belebt und bewohnt. Langsam aber stetig halten in unserem Haus die grundlegenden infrastrukturellen Errungenschaften der Zivilisation Einzug. Durch das große Presseecho in Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet wurde die Besetzung weiten Teilen der Freiburger Bevölkerung bekannt. Verschiedene politische und soziale Gruppen haben ihre Treffen in das Haus verlegt und das helle und gemütliche Café Liberté wird von BewohnerInnen und BesucherInnen gleichsam genutzt. Für den morgigen Dienstag, den 19. Mai, laden wir um 20 Uhr zu einem Nachbarschaftstreffen ein.

Was verstehen wir unter einem Libertären Zentrum? Die Freie Antonia soll zum kulturellen und sozialen Zentrum für Menschen werden, die mit der kapitalistisch organisierten Gesellschaft nicht einverstanden sind. Viele von uns wohnen zum ersten Mal in der Nähe der Innenstadt, denn die hohen Mieten in der Wiehre sind für uns unerschwinglich. Wir wagen mit der Besetzung den Schritt zu einem selbstbestimmten Zusammenleben unabhängig von Einkommen und Eigentum. Für uns ist die Freie Antonia in Funken Hoffnung in dieser dunklen Zeiten, ein kleines Gegengift zu Vereinzelung und Frustration. Politik soll selbstverständlicher Teil unseres Alltags werden. Alles für alle!

Die BesetzerInnen der Freien Antonia
Freiburg, den 18. Mai 2009

Der erste Tag der Freien Antonia

Seit mehr als 48 Stunden ist das Haus in der Kirchstrasse 16 in Freiburg nun befreit, alle Entscheidungen rund um das Libertäre Zentrum treffen wir basisdemokratisch und transparent. Der erste Tag der offenen Besetzung des ehemaligen Altenheims St. Antonius wurde von uns genutzt, um das Wohn- und Kulturprojekt den NachbarInnen vorzustellen. Im Erdgeschoss haben wir einen Umsonst- und einen Infoladen eingerichtet. Eine Volxküche bekocht
Besetzer- und BesucherInnen, es gab einen Jonglier- und einen Sambatanzworkshop und in der Kapelle werden Filme gezeigt. Von Kindern bis Rentnern über 70 haben sich fast 200 Menschen das Haus angesehen, wir erhielten dutzende Sachspenden wie einen Herd, eine Spülmaschine und mehrere Sofas. Am Nachmittag entwickelte sich bei Kaffee und Kuchen vor dem Haus ein reger Austausch über das Haus und seine Geschichte, das Quartier und die aktuelle Stadtentwicklung. Die AnwohnerInnen berichteten uns von der Zerstörung des Parks hinter dem Haus und den archiktektonisch und sozial als unpassend empfundenen Luxusneubauten.

Gegen Abend hielt Stadtrat Coinneach McCabe von der Grünen Alternative in der Kapelle einen Vortrag zu Stadtentwicklung und Wohnsituation in Freiburg. Ein Thema war das Verbot des Stadtbauverkaufs, das nach dem Bürgerentscheid vor zwei Jahren im November 2009 ausläuft. Wir BesetzerInnen setzen uns dafür ein, dass die Stadtbau auch zukünftig nicht verkauft wird, denn wir glauben den Lügen der Stadtregierung nicht. Auch eine Teilprivatisierung hätte fatale Konsequenzen gerade für die ärmeren Menschen in Freiburg. Schon jetzt können sich immer weniger MieterInnen eine Wohnung in der Nähe der Innenstadt leisten. Der einzige Grund dafür, dass unser Haus noch keinem Neubauprojekt weichen musste, ist der Denkmalschutz. Wir nehmen die Verantwortung für den Erhalt des Gebäudes sehr ernst und haben bereits begonnen Ausbesserungsarbeiten wie die Abdichtung des Daches vorzunehmen.

Wir laden alle interessierten Menschen zu einem Besuch in der Freien Antonia ein. Jeden Nachmittag hat von 14 bis 18 Uhr das Café geöffnet.
Kommt vorbei, schaut euch um und lebt lustvoll und tollkühn!

Die BesetzerInnen der Freien Antonia
Freiburg, den 17. Mai 2009

offener Brief an den Hauseigentümer

Sehr geehrter Besitzer des Hauses in der Kirchstraße 16,

wie Sie vielleicht bereits wissen, haben wir seit dem 15. Mai Ihr Haus in der Kirchstraße 16 von dem Leerstand befreit. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe von Studierenden, freien Lebenskünstlern, Auszubildenden und Erwerbstätigen.
Die Idee für eine sinnvolle Nutzung des Hauses ist der Aufbau eines selbstverwalteten Wohn- und Kulturprojektes, das heißt wir wollen hier sowohl wohnen als auch Kultur für die Öffentlichkeit anbieten. Es wird dazu beispielsweise eine Selbsthilfe Fahrradwerkstatt aufgebaut, verschiedene Workshops angeboten, ein Umsonst- Laden gegründet und ein Infoladen, zur freien politischen Bildung entstehen. Zudem soll es genügend Raum für Theatergruppen, Infoveranstaltungen, Lesungen oder Filmabende geben.
Im Falle eines bestehenden Denkmalschutzes werden wir selbstverständlich die dadurch entstehenden Auflagen respektieren. Außerdem würden wir eine Transparenz unseres Vorgehens durch Kommunikation mit Ihnen begrüßen. Gern können Sie auch auf einen Besuch bei uns mal vorbei kommen.

Wir hoffen auf eine zufriedenstellende Einigung.

Mit freundlichen Grüßen
die Bewohner des Hauses „Freie Antonia“

HAUSBEFREIUNG IN DER KIRCHSTRASSE 16

Leben statt Leerstand

Am 15.05.09 wurde das ehemalige Altenheim in der Kirchstrasse 16, das seit zwei Jahren leer stand, besetzt und in ein Wohn- und Kulturprojekt verwandelt.

Die ehemals angrenzenden Häuser in der Kirchstraße 12 und 14 wurden bereits abgerissen, dort entstehen derzeit neue Einfamilienhäuser. Haus Nummer 16 konnte bisher nicht abgerissen werden, da es unter Denkmalschutz steht. Es ist unser Anliegen, baulich nichts zu verändern, was mit den Denkmalschutzauflagen kolidieren könnte.

Wir wollen in diesem Haus leben und einen offenen, unkommerziellen Raum für verschiedenste Initiativen und Gruppen schaffen, einen Freiraum, der einen emanzipatorischen Gegenpol zur wirtschaftsorientierten Politik Freiburgs setzt.

In Freiburg wird die Wohnungssituation für Menschen mit wenig Geld seit Jahren prekärer. Altbauten wie dieser werden meistens abgerissen oder luxussaniert, so auch die Häuser in der Günterstalstraße 28 und 30. Auch die ehemals bezahlbaren Wohnungen der Stadtbau werden – trotz Bürgerentscheids von 2006 – weiterhin verkauft oder sind von Mieterhöhungen betroffen.

Für uns ist die Befreiung des Hauses in der Kirchstraße 16 nicht nur ein Kampf um persönlichen Wohnraum, sondern es sit ein politischer Kampf um die Frage, wie wir in dieser Stadt leben wollen.

Ein befreites Haus stellt eine Infrastruktur zur Verfügung, die in einem genormten, sauberen und konsumorientierten Stadtbild fehlt. Ein Haus wie dieses ist ein Ort, an dem unkommerzielle Kultur, Austausch von Fähigkeiten sowie politisches und soziales Leben und Wohnen ermöglicht wird. Es steht damit einer Vermarktung von Grundstücken im Sinne kommerzieller Wirtschaftspolitik entgegen.

Freiburg braucht mehr Plätze und Räume, die den kulturellen Austausch fördern und soziales Wohnen und Leben ermöglichen. Der Aufbau emanzipatorischer Politik und Kultur muss im Vordergrund stehen – mit der Befreiung der Kirchstraße 16 machen wir symbolisch einen Schritt in diese Richtung. Lasst uns der kapitalistischen, zerstörerischen und auf menschlicher Isolation aufbauenden Gesellschaft ein lebendiges, friedliches und mündiges Zusammenleben entgegensetzen!

In den nächsten Tagen wollen wir unser Haus allen Menschen öffnen. Bringt eure Vorstellung und Ideen von einem befreiten Haus mit. Platz ist genügend vorhanden um eure Projekte im Haus umsetzen zu könnnen. Wir wollen so in den nächsten Tagen verschiedene Projekte realisieren wie: Umsonstladen, Fahrradwerkstatt, Autonome Uni Freiburg, Minirasthaus, regelmäßige Volxküchen, Flohmarkt, Filmveranstalungen, Cafe, Lesungen, Nachbarschaftsbrunchen, …

Desweitern sollen verschieden Workshops angeboten werden: Jonglieren, Yoga, Clownstrainig, Improtheater, …

Da sich alles im Aufbau befindet besucht unsere Internetseite auf welcher ihr die aktuellen Programmhinweise bekommt: http://freieantonia.blogsport.de

Leben ist was wir draus machen!

Kommt vorbei und macht mit.

Eure freie Antonia.

Kommt vorbei es ist ganz gemütlich